Keramik – kein leichtes Thema

Was soll die Überschrift, mag man sich denken, Keramik gibt es doch überall zu kaufen. Das stimmt natürlich, wir haben selbst ein paar schöne Stücke Haushalts- und Kunstkeramik im Schrank bzw. der Vitrine stehen.

Aber hier geht es darum, Haushaltsutensilien aus Keramik zu besitzen, wie sie in der mitte des 12. Jahrhunderts gebräuchlich waren, im Idealfall hier in der Gegend, das heißt: im Großraum Stuttgart.

Da wir uns zu Anfang unserer Darstellung (oder besser: das, was wir zu dieser Zeit dafür hielten) eher im 13. Jahrhundert zu Hause waren, war klar: Buocher Keramik musste es sein. Die stammt aus der Gegend und passte zeitlich. Also kamen mehrere Becher, zwei Krüge, ein Kugeltopf, eine große Henkelkanne und ein Pfannengrapen in unseren Haushalt. Die Trinkgefäße sind innen glasiert, die anderen nicht.

Tempi passati, wir traten aus der Gruppe aus, gingen in unserer Darstellung um knapp 100 Jahre rückwärts … und jetzt passte die Keramik nicht mehr. Gut oder eher schlecht, ein Teil davon war ohnehin irgendwelchen Abstürzen (Krug, Becher) oder unsachgemäßer Bedienung (Pfannengrape) zum Opfer gefallen.
Ein Besuch im Museum im Hirsch brachte uns die Erkenntnis, dass es im 12. Jahrhundert schon Buocher Keramik gegeben habe. Ausgestellt sind dort Ofenkacheln, die man auch als Trinkbecher zweckentfremden könnte. Eher aus Gefälligkeit kaufte ich zu dieser Zeit einem Bekannten zwei Becher und eine Schale im Pingsdorfer Stil ab, danach kam rheinische Keramik hinzu. Ganz bewußt kaufte ich uns dieses Jahr zwei exklusive Henkelbecher, die nur einen „halben Henkel“ haben. Sind im rheinländischen Stil, immerhin 12. Jahrhundert, aber ich wollte sie haben. Unser gedeckter Tisch sieht jetzt recht stimmig aus, aber eigentlich ist das immer noch nicht das, auf was ich raus will. Inzwischen weiß ich auch, dass es auch eine frühere Form der Buocher Keramik gab, dass es auf der schwäbischen Alb unterschiedliche Keramiktypen, die so genannte Albware gab.

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