{"id":87,"date":"2010-07-12T12:37:17","date_gmt":"2010-07-12T10:37:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gs-schweigert.de\/wordpress\/?page_id=87"},"modified":"2025-02-11T19:13:24","modified_gmt":"2025-02-11T17:13:24","slug":"fossilien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.magister-montium.de\/?page_id=87","title":{"rendered":"Fossilien"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_529\" aria-describedby=\"caption-attachment-529\" style=\"width: 248px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.magister-montium.de\/?attachment_id=529\" rel=\"attachment wp-att-529\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-529 size-medium\" title=\"Muscheln vom Hohenstaufen\" src=\"https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620-248x300.jpg\" alt=\"Wegrandfund: Muscheln vom Hohenstaufen\" width=\"248\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620-248x300.jpg 248w, https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620-848x1024.jpg 848w, https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620-124x150.jpg 124w, https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620-400x482.jpg 400w, https:\/\/www.magister-montium.de\/wp-content\/uploads\/L1030620.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-529\" class=\"wp-caption-text\">Wegrandfund am Hohenstaufen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was mag sich ein Bauer in fr\u00fcheren Jahrhunderten gedacht haben,<br \/>\nder bei der Arbeit einen solchen Stein fand?<br \/>\nEinen Stein mit Muscheln?<br \/>\nSo weit weg vom Meer, das der Bauer vermutlich gar nicht kannte?<br \/>\nOder wenn die Versteinerung etwas war, was dieser Bauer erkennen konnte, vielleicht ein kleiner Fisch?<br \/>\n\u00dcber dieses Thema l\u00e4sst sich anhand der \u00dcberlieferungen mehr vermuten als wirklich beweisen.<\/p>\n<p>Genau wie wir heute auch ist auch der Mensch im Mittelalter gelegentlich auf Fossilien gesto\u00dfen, sei es unterwegs (durch Felserosion herausgefallene Fossilien), bei der Ackerarbeit oder im Steinbruch. Was die Menschen damals \u00fcber die ja teilweise sehr gut als Tier oder Pflanze erkennbaren Funde dachten und wie sie damit umgingen, ist kaum \u00fcberliefert. Der folgende Text soll zusammenfassen, was heute bekannt ist. \u00dcber Hinweise zu diesem Thema w\u00fcrden wir uns sehr freuen.<\/p>\n<h4>Der Begriff &#8222;Fossil&#8220;<\/h4>\n<p>Der Name Fossil, vom Lateinischen fossilis = ausgegraben abgeleitet, wurde durch den Arzt und Bergmann Georgius Agricola (1494 &#8211; 1555) eingef\u00fchrt. Zur damaligen Zeit verstand man darunter nicht nur Reste von Organismen, sondern alles &#8222;beim Graben&#8220; gefundene, also auch Minerale, Kohlen, Erze und anderes. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff auf die \u00dcberreste von Lebewesen aus der geologischen Vergangenheit beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h4>\u00dcberlieferungen aus der Antike &#8230;<\/h4>\n<p>Die erste relativ zutreffende These \u00fcber die Herkunft der Fossilien reicht zur\u00fcck ins 6. Jahrhundert v.Chr.<br \/>\nAls einer der ersten erkannte der griechische Philosoph Xenophanes von Kolophon (570-470 v.Chr.), dass Fossilien vor allem aus dem Meer stammen. Bei der Identifizierung allerdings hatte er erhebliche Probleme.<br \/>\nAuch griechische Gelehrte, z.B. Pythagoras oder Herodot, interpretierten die versteinerten Muscheln und die Abdr\u00fccke von Fischen als Reste von Organismen, die einmal im Meer gelebt haben mussten. Da sie nun im Binnenland gefunden wurden, konnte das Meer nicht immer seine gegenw\u00e4rtigen Grenzen gehabt haben.<\/p>\n<h4>&#8230; und danach<\/h4>\n<p>Die Weiterentwicklung dieser Erkenntnis wurde in unseren Breiten dadurch zumindest eingeschr\u00e4nkt oder unm\u00f6glich, dass von den griechischen Wissenschaftlern nur wenige von der katholischen Kirche anerkannt wurden. Zu diesen Wissenschaftlern und Philosophen geh\u00f6rte der bekannte Aristoteles, der mit seinen Aussagen zum Thema Fossilien allerdings gr\u00fcndlich daneben lag.<\/p>\n<p>In Ermangelung rationaler Erkl\u00e4rungen wurden mythische Deutungen gesucht, die oft mit dem religi\u00f6sen Weltbild der Bev\u00f6lkerung im Einklang standen.<\/p>\n<p>Fossilien wurden offiziell als \u00dcberreste der Sintflut abgetan. Wissenschaftler, die Fossilien als Relikte der Urzeit erkannten und damit die Sch\u00f6pfungstheorie in Frage stellten, galten als Ketzer.<\/p>\n<p>Die nicht-wissenschaftliche Bev\u00f6lkerung ging mit den Funden anders um.<br \/>\nFossilien erhielten eine magische Wirkung, sei es als Heilmittel, religi\u00f6ses Symbol, Amulett oder Abwehrzauber. Funde von Knochen oder gar gut erhaltenen Tieren befl\u00fcgelten die Phantasie der Menschen.<\/p>\n<p>Mit das bekannteste Ergebnis ist sicherlich der &#8222;Drache&#8220; , aber auch andere schreckliche Gestalten und Erscheinungen wie z. B. Riesenmenschen k\u00f6nnen auf Fossilfunde oder auch deren Spuren (z.B. Trittsiegel von Sauriern, Abdr\u00fccke bestimmter Muscheln) zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h4>Mammut-Sto\u00dfz\u00e4hne<\/h4>\n<p>Die Sto\u00dfz\u00e4hne fossiler R\u00fcsseltiere, nicht nur von eiszeitlicher Elefanten (Mammut), sondern auch die von jungterti\u00e4ren Mastodontiden, wie Knochenreste von H\u00f6hlenb\u00e4ren wurden im Mittelalter und in den anschlie\u00dfenden Jahrhunderten als \u201eEinh\u00f6rner&#8220; bzw. gegrabenes Einhorn = Unicornu verum hoch gesch\u00e4tzt und mit Gold aufgewogen. Entsprechend waren sie ein begehrtes Gastgeschenk auch unter Adeligen oder der Kirche.<br \/>\nIn manchen Kirchen sieht man noch heute solche Z\u00e4hne, meist aufwendig geschm\u00fcckt, an einer Wand oder von der Decke h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Links zum Weiterlesen:<\/p>\n<p>Dr. Bernhard Gruber, Linz: Fossilien im Volksglauben http:\/\/81.10.184.26:9001\/pdf\/LBB_12_0239-0242.pdf<br \/>\nbasierend auf diesem Text diese etwas schmuckere Seite:<br \/>\nhttp:\/\/www.bio.vobs.at\/evolution\/e03-mythen.htm<\/p>\n<p>Fachliteratur in Buchform:<\/p>\n<p>Erich Thenius; Norbert V\u00e1vra: Fossilien im Volksglauben und im Alltag &#8211; Bedeutung und Verwendung vorzeitlicher Tier- und Pflanzenreste von der Steinzeit bis heute &#8211; \u00a0Schweizerbart-Verlag<\/p>\n<p>Peter Wagenplast:\u00a0Kein Mangel an Fantasie: Fossildeutungen aus alter Zeit, &#8222;Fossilien&#8220; 06\/2006<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Was mag sich ein Bauer in fr\u00fcheren Jahrhunderten gedacht haben, der bei der Arbeit einen solchen Stein fand? 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